Sonntag, 13. April 2008
Ikonen
Ich probierte meinen Favoriten und ersten Anwärter an, kräftiges Lila und ein graphischer VW Bulli aufgedruckt (hellblau), unter dem der Körper eines Sprayers liegt, in einer Lache aus Sprühfarbe und Blut (pink). Die Grafik ist ausreichend abstrakt und erzeugt keinen Schock. Drei Mädchen / junge Frauen stehen in der Nähe der Kasse und gackern alle 30 Sekunden laut auf. Gaogao, Konstantin und ich sind die einzigen Kunden im Laden. Ich frage ob ich das Shirt zu den beworbenen 80 RMB kaufen kann. Ich will es nicht mehr ausziehen da es sehr schön passt und sich hochwertig anfühlt. Nein, die 80 RMB beziehen sich nur auf die T-Shirts in den Pappkisten vor der Kasse. Viele noch in Plastikfolien geschweist. Ich blicke kurz hinüber und entdecke kein einziges ohne ikonischen Mao-Aufdruck. Es besteht für mich immer noch kein Reiz darin, meine politische Gesinnung zu ironisieren, indem ich politische Ikonen zur Schau trage.
Wir fangen an mit den Mädchen / jungen Damen zu flachsen. Mao sei ja sehr günstig zu haben dieser Tage. Kichern. Ich weise auf meine Brust - ich behaupte, der Sprayer unter den Rädern des VW Bullis ist Mao, während er versucht einen Slogan an den Bus zu sprühen, also müsse es auch für 80 RMB zu haben sein. Kichern. Die Mädchen / Jungen Damen sind erheitert. Sie behaupten nein, das sei nicht Mao, Mao sitze im Bus, am Steuer. Man müsse nur klopfen. Ich klopfe kurz an meine Brust und bezahle 99 RMB. Ich habe ein neues lieblings T-Shirt. Es stellt Mao dar, aber niemand ahnt davon. Bin ich jetzt subversiv? Oder ironisch?
Samstag, 2. Februar 2008
Shanghai in Weiß
Es gab bislang ein Todesopfer durch Hauseinbruch; mehrere Dächer, meist von Lagerhallen o.ä. sind eingestürzt. Im Verkehr gab es bislang maximal Knochenbrüche zu vermelden. Auch viele Fußgänger kamen mit der Rutschpartie nicht zurecht und landeten im Krankenhaus. Die Stromversorgung scheint sichergestellt und auch die Meisten Autobahnen und Bahnlinien sind wieder verkehrsbereit. Linienflüge finden statt.
In Zentralchina stellt sich ein ganz anderes Bild dar, dazu kann ich aber nicht mehr sagen als in den Nachrichten verlautet wird.
Und jetzt noch ein verklärender Videoclip:
western old lady with fixed sallery ...
... who like to spend rest of their life in China for me to marry. I like her over 65 years old...Now I give you my own material. I am 43 years old. 1.70m own own-belonged apartment ,120 US Dollar income a month ,good English speaker.etc.
Der nette Herr auf dem Foto hat mich vor einigen Wochen an der Yan'Anlu angesprochen und mich gebeten, ihm eine Frau zu vermitteln, mit den oben genannten Voraussetzungen. Er ist ein sehr aufgeschlossener Typ, soweit ich ihn nach einem fünfminütigen Gespräch einschätzen kann und sehr gewissenhaft, was sich schon daran zeigt, dass er mir seine Mail gleich achtmal geschickt hat - er lässt nichts anbrennen! Ihr könnt das Angebot gerne weiterleiten, bei Interesse kann ich einen Kontakt vermitteln. Nur ernst gemeinte Anfragen!
Freitag, 1. Februar 2008
Ticketrausch
Eine besondere Ausnahme ist mir grad eben widerfahren, was ich deswegen festhalten möchte. Das ist aber nicht als Normalzustand missverstehen.
Ich plane zur Zeit eine Reise quer durch China. Eine Strecke innerhalb der Südproviz Yunnan ist anders als mit Flugzeug in kurzer Zeit kaum zu überbrücken, für inner-Provinz-Flüge sind die im Internet verfügbaren Daten jedoch nicht vollständig. Nach einem Anruf bei der China Air wurde ich an eine andere Telefonnummer verwiesen, da CAAC diesen Flug nicht anbieten.
Aufgrund der schlechten Verbindung konnte ich jedoch nicht den Namen des neuen Kontakts verstehen, bloß die fünf Ziffern der Telefonnummer. Auf die übliche Warteschleife landete ich bei einer normal freundlichen Telefondame, die meine Anfrage für Flug und Datum entgegennahm und mich noch mal in die Schleife schickte, um mir danach zu verkünden, dass ich bei Lieferung des Tickets meinen Pass vorzeigen müsste. Ich war verdutzt, da ich weder meine persönlichen Daten mitgeteilt hatte, noch eine verbindliche Bestellung aufgegeben. Ich wies darauf hin, dass ich für noch zwei weitere Personen buchen wollte. Die Antwort war, diese müssen auch gefälligst ihre Pässe vorzeigen. Nun versuchte ich zu klären, dass die Mitreisenden noch nicht in China seien sondern erst in einer Woche ankämen, wir dann aber gerne unsere Pässe... So weit kam ich nicht mehr, da mir die Dame mit einer plötzlichen Anspannung in der Stimme wiederholt einhämmerte, dass sie mir da leider nicht helfen könne. Nichts sei zu machen. Ich wollte gerade ansetzen das offensichtliche Missverständnis aufzuklären, als die Leitung klickte. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht mit welcher Firma ich es eigentlich zu tun hatte.
Beim zweiten Anruf wählte ich statt der Buchungshotline die Hotline für Anmerkungen und Fragen. Ein sehr freundlicher Herr in der Leitung, der sich immerhin mit dem Namen des Unternehmens Vorstellte: China Eastern, aha. Ich wollte ihn nicht gleich mit meiner Kritik überrumpeln, sondern erst einmal Fragen, wo sich denn überhaupt das Büro befindet, mit der Absicht bei einem persönlichen Besuch Missverständnisse gar nicht erst aufkommen zu lassen. Er bat mich höflich um etwas Geduld, was bei mir die Frage aufwarf, wieso er nicht in der Lage ist zu erläutern, wo er selbst arbeitet (die Hotline war eine lokale Nummer und keine Landesweite). Dann stellte ich fest, dass er nur eine Ausflucht suchte, mich eiskalt wieder an den Anfang der Telefonschleife zu hängen. Auf wiedersehen China Eastern. Ich habe jetzt in Erfahrung gebracht, dass euer Büro nur 10 Minuten von meiner Wohnung entfernt liegt. Ich freue mich auf euch!
Samstag, 19. Januar 2008
Ein Hummer gegen die Stadt
Die Chinesin hörte kurz zu, dann sprintete sie die Straße hoch, Richtung Dunkel. Wieso nicht zur Hauptstraße, ein Taxi suchen? Dann warf sie den Panzermotor an und jenes Fahrzeug, das alle anderen um das doppelte überragte, wurde zum Leben erweckt. Ich verstand erst halb, dass Sie uns jetzt mit ihrem Hummer nach Hause fahren würde. Sie setzte zurück um hundert Meter und verfehlte ihre Spur leicht, driftete über die Mitte und überrollte dabei drei Plastikhütchen auf der Mittelspur. Sie gaben dabei ein sanftes Plop von sich. Wir waren amüsiert. Dann sah ich, dass die Hütchen aus Beton waren.
Ich habe ihren Namen vergessen. Chinesische Namen sind phonetisch schwer zu merken, erst wenn ich die Bedeutung der Zeichen kenne, kann ich mich verlässlich erinnern. Wir saßen in Sebs Apparment und machten Musik und tranken. Sie baue Blechroboter in Handarbeit, Spielzeugroboter. Sie war mittleren Alters und hatte einen pinken Schlafanzug an. Sie sei da, um die westliche Lebensart zu lernen. Nächstes Jahr fahre sie zur Spielzeugmesse nach Nürnberg, um dort auszustellen. Jeder liebe Roboter. Ich fragte, ob sie denkt, Roboter würden eines Tages eine Menschenähnliche Rolle einnehmen und ob sie findet, dass Menschen eine Art Roboter wären. Sie bekam einen Nachdenklichen Ausdruck, aber antwortete nicht. Sie liebte die Beatles.
Jetzt saßen wir in ihrem Hummer und ich überlegte wieviele Blechroboter man bauen muss, um sich einen Hummer kaufen zu können. Sie entschuldigte sich nicht, sie begründete bloß; ihr Fahrstil sei beeinflusst von dem französischen Wein, den sie getrunken hatte. Außer mir legte niemand einen Gurt an. Bei der chinesischen Leichtbauweise hätten wir auch eine Mauer durchbrechen können und wären höchstens leicht auf dem Sitz verrutscht.
Ich bezeichne mein Fahrrad gerne als Panzer, weil es fünfmal soviel wiegt wie mein Peugeot, aber ich saß noch nie in einem echten Panzer. Dieser Panzer war knallgelb getarnt, wie ein etwas zu großes Spielzeug, vielleicht damit die anderen Verkehrsteilnehmer nicht in Angst erstarren vor dieser Maschine. Jetzt saß ich drin und war starr vor Angst. Ich reflektierte meinen Fahhradfahrstil. Sie überfuhr niemanden, soweit ich das warnehmen konnte. Sie fuhr prinzipiell auf zwei Spuren, nur zum Überholen klemmte sie sich auf eine Seite der naßgeregneten Straße. Francesco auf dem Beifahrersitz machte seine Witzchen über das Fahrzeug. Es sei nur eine chinesische Kopie. Er sei nur eine chinesische Kopie. Schwer einzuschätzen, ob er damit seine Nervosität überspielte. Die Beatles begleiteten unsere Fahrt und gaben uns Trost.
Ich wohne an der Huaihai Westroad, hinter einer großen Baustelle, sie könne mich da bitte aussetzen, ich laufe den Rest. "Where the road ends, the Hummer begins" zitierte sie eine Marketingkampagne. Francesco erinnerte nochmal daran, dass es ihnen ein Freude wäre mich über die Baustelle zu bringen. Sie hielt immer an roten Ampeln. An grünen nie, was einem Taxifahrer der querzog die Gesichtsfarbe vertrieben haben dürfte; wir waren zu schnell vorbei, als dass ich das sicher beurteilen könnte. An der Huashanlu war die Ampel rot und ich nutzte die Gelegenheit. Vielen Dank, bis ... bald.
Auf den fünf Minuten nach Hause drehte ich alle paar Sekunden meinen Kopf und hielt nach großen, ungebremsten Panzerfahrzeugen Ausschau.
Freitag, 18. Januar 2008
Nachmittags an der Zhaojiabanglu
Donnerstag, 17. Januar 2008
November, Dezember
Montag, 14. Januar 2008
Feiern mit und ohne Schall
Nun stelle ich mich auf chinesische Zeitrechnung ein. Anfang Februar wird das Neujahrsfest auf dieses Land hereinbrechen und Veteranenberichten zu Folge in einen Kriegsähnlichen Zustand versetzen. Gehörschutz wird zum ständigen Begleiter werden. Chinesen kommen jedoch ohne aus, sie sind der Regel von früher Kindheit an Gehörgesch... beeinträchtigt, was nicht zulezt eben am Neujahrsfest liegen könnte.
Man sollte sich keine Illusion machen über sogennante Chinaböller. Nach Deutschland wird nur Kinderfeuerwerk exportiert, für ihre eigenen Feste setzen sie Material ein, das unter das Waffengesetz der BRD fiele.
Freitag, 14. Dezember 2007
Booze & Music, ... !
zwischen
Zurück aus Peking und sehr zufrieden, dass die Temperaturen in Shanghai gestatten die Jacke zu öffnen und am Abend bei geöffnetem Fenster im Wohnzimmer zu entspannen. Wir haben gestern den ersten Schnee des Winters in der chinesischen Hauptstadt mitbekommen und wissen jetzt umso mehr zu schätzen, ein paar Breitengrade näher an der Sonne zu leben.
Die Zugfahrt zwischen den Metropolen wird mit jedem mal enspannter, ich könnte mir fast vorstellen zwischen den Städten zu pendeln. Man ißt zu abend, steigt in den Zug, liest ein wenig oder beginnt eine Konversation mit den Mitreisenden, legt sich zeitig ins bequeme Bett und ist rechtzeitig zum Frühstück am Ort.
Beeindruckend aber auch ein wenig beängstigend ist der Gedanke, dass die 1200 Km (?) in 2010 von einem Schnellzug innerhalb von 5 Stunden bewältigt werden sollen, wie uns unser allinformierter Chinesischlehrer heute sagte. Entweder vom Transrapid oder vom japanischen Shinkansen, die Ausschreibung sei noch nicht entschieden. Fünf Stunden sind zu kurz um über Nacht zu fahren (die Züge würden wohl kaum mit Betten ausgestattet...?) aber zu lang, um sie unbemerkt in den Tagesablauf zu integrieren. Aber auf jeden Fall eine nette Alternative zum Fliegen, dass dann mitsamt Prozeduren und Anfahrten nicht mehr wesentlich schneller wäre. Andererseits wird Elektrizität in China zu bald 80 % aus Kohle gebrannt, was den ökologischen Nutzen Strombetriebener Hochleistungszüge relativiert.
Aber das Projekt klingt ziemlich aufregend. Zugfahren auf längeren Strecken wird vielleicht irgendwann wieder eine ersnthaft Alternative zum Flugverkehr. In meinem Kopf plane ich bereits Routen für eine Schnellzugverbindung von Mitteleuropa durch den Kaukasus und Zentralasien bis nach Ostchina. Das wären nur ungefähr 9000 Kilometer, bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 350 Km/h wäre das in nur 30 Stunden zu schaffen.
Freitag, 7. Dezember 2007
Nichts vor Peking
Ein Markt erweitert mit seinem bunten Ramsch kurz den Farbraum. Bebauung nun dichter, Silos, Lagerhallen, im Hintergrund moderne Appartments. weiter hinten noch in Bau, 11 Stockwerke Betonskellett. Mehr Wohnraum im Nichts vor Peking.
Die Heizung unterm Zufenster sengt meine Waden an, draussen hüllen sich die Bahnarbeiter in gefütterte Kapuzenjacken, Minusgrade.
Eine Blechrakete.
Dichte Bebauung, Vorort.
Eingeschossiger roter Backstein und alle Lücken produzieren Appartmentblöcke, hier jetzt bunt kubistisch als Legomodelle. 10 Sekunden dunkelgrauer Güterzug in Gegenrichtung. 30 Sekunden Schiffscontainer in Fahrtrichtung, zum Beispiel Cosco. 30 Sekunden Acker. Mehr Acker. Ein Stadttaxi auf dem Feldweg, Volkswagen. Wellblechdächer mit 50 Backsteinen der Schwerkraft angeeignet. Wieder Acker. Gelb oder rost, und hellgrün, gelegentlich Plastikbespannte Gewächshäuser.
Mittwoch, 5. Dezember 2007
Nanjing, noch einmal
Gesteigerten Aktivismus gab es in Hinblick auf das Shanghai-Filmprojekt, in dessen Rahmen ich mit Sonja regelmäßig die Straßen Shanghais terrorisiere, mit Vorliebe zu zweit auf ihrem garstigen Motorroller, im Gegenverkehr und auf Bürgersteigen.
Das letzte Wochenende habe ich mich zum zweiten Mal nach Nanjing begeben, diesmal nicht bloß zum rocken, sondern um mich der Stadt von ihrer urbanen Seite anzunähern. Dem Nichtchinesen muss man in Bezug zu Nanjing erklären, dass es sich um einen der zentralen historischen Angelpunkte Chinas handelt. Das "Nan" im Namen der Stadt bezeichnet die "Süd"-Hautpstadt im Gegensatz zur Nordhauptstadt Bei(=Nord)-Jing(=Hauptstadt). Die Stadt ist mit knapp 6 Millionen Einwohnern im Chinesischen Vergleich eher eine Mittelstadt. Die historische Bedeutung überträgt sich jedoch auch in die heutige urbane Ausstrahlung Nanjings, das sich mit ausladenden Achsen zwischen den Yangtze, einen Berg und einen See spannt, gesäumt mit vielen Gärten und Tempeln und ausgestattet mit einem futuristischen Bahnhof und dem modernsten vorolypmischen Stadion Chinas (das die Bewerbung für 2008 anführte).
Ich habe einen Nachmittag damit verbracht gen Süden zu spazieren und bin auf die gewohnte Mischung gestoßen aus modernen kommerziellen Bauten, Beton des 20. Jahrhunderts, mehr oder weniger belassenen Gassen mit Flachbauten aus dem frühen 20. Jahrhundert und ausladenden Baustellen, die mehr Stahl und Glas verheißen.
Was im Vergleich zu Peking bzw. Shanghai jedoch auf angenehme Weise fehlt, ist die drückende Hysterie einer kollabierenden Metropole und die urbane Verstümmelung durch bizarre Aufschwungs-Prachtbauten. (Wobei ich nur Ausschnitte kenne und mich gerne belehren lasse.) Die Fotos sind bei der Entwicklung und morgen hoffentlich fertig.
Erneut bestand der eigentliche Höhepunkt in einem Konzertnachmittag in der Castle-Bar, wo sich die lokale Punkrock-Szene allsonntäglich die Klinke in die Hand gibt. Gefeiert wurde die neueste Veröffentlichung von July 16th, die mir bereits beim letzten Besuch in Nanjing Freude bereiteten. Diesmal verpasste ich ihren Auftritt leider, da ich noch einen Zug zu erwischen hatte. Dafür sah ich die Auftritte von 3 jüngeren Bands, die mir den Glauben an die Musik ein Stück weit zurückgegeben haben. Während in den europäischen Szene alle Möglichkeiten des Rock durchkonjugiert scheinen und sich die Musik deshalb entweder dem puren Pophedonismus verschreibt oder verschrobene Konzepte entwirft, lassen sich die hiesigen Musiker von diesem Firlefanz nicht beirren, sondern spielen sich einfach ihre verdammten Ärsche ab, und lassen die Ohren bluten. Bei meiner Ankunft konnte ich mir noch die letzten Stücke von 8 eye spy anschauen, die sich nicht mit Songstrukturen aufhalten sondern lose Ideen aneinanderreihen mit Gitarren Schlagzeug und einer Geige.
Als nächste sorgte eine auffallend Junge Ramones-Coverband für Schub, deren Gitarren nicht immer Gestimmt waren, aber deren schmächtiger Sänger voluminös Punkphrasen in den zitternden Raum gekotzt hat. Bei der dritten Band, der ich beiwohnen konnte, musste ich mich leider verabschieden, war aber für den Rest des Abends aufgepeitscht von dem derben Auftritt einer tight-spielenden Punk-Kombo mit einem verboten hübschen Punkmädchen als Frontfrau, vor der sämtliche Julijunimondwerauchimmerindeutschlandsichfürrocknrollhält sich aus Scham sofort in ein Loch verkriechen würden.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
Freitag, 2. November 2007
punks for monks
Vorgeschobener Anlass ist eine Spendenaktion für die mißhandelten und verfolgten Mönche Burmas, aber bei einem Eintritts-/Spendenpreis von einem Euro lässt sich die Symbolische Natur nicht verhehlen. Aber dennoch eine willkommene Gelegenheit auf dem Flyer einer Gruppe buddhistischer Mönche bunte Irokesen auf ihre Glatzen zu retuschieren; und ein ausgelassenes Punk-Konzert zu feiern, mit drei Tribute-Bands, die sich jeweils der Sex Pistols, der Misfits und der Ramones annahmen. Die Pistols haben den Abend etwas behäbig eingeleitet, aber die Pseudo Misfits und Möchtegern Ramones haben die berstend volle Logo-Bar in Brand gesteckt.
Abseits der Party bleibt aber zu bemerken, dass Chinesen heute abend auf der Bühne nicht vertreten waren und auch neben der Bühne nur am Rande. Die etablierte ausländische Szene gab sich die Klinke in die Hand und ich traf jede Menge bekannter Gesichter, was ich nach erst zwei Monaten in einer 20-Millionen Stadt etwas bizarr fand.
Für den Kontext: Von vier relevanten Konzert-Locations auf meiner Liste habe ich drei nun abgehakt, mit dem Yuyintang, dem 4Live und der Logo-Bar. Bleibt noch die Live-Bar. Nach anfänglichen Zweifeln stelle ich fest, dass Rock'n Roll in Shanghai einen Fuß in der Tür hat, wenn auch nur einen Spalt weit. Ich werde das weiter verfolgen.
Donnerstag, 1. November 2007
bis hier..
Ich habe die Bilder ein bisschen sortiert, aber nicht chronologisch. Der erste Teil spielt in Peking und seinen Gärten und endet mit einem irischen Terroristen-Darsteller (Grüße an Mike, der grad durch Vietnam tourt) und der Zweite Teil gibt ein paar Eindrück wieder, die ich in über 2 Monaten in Shanghai gesammelt habe auf verschiedenen Touren. Es sind nicht Bilder aus meinem Alltag. Es sind eher Tagesausflüge. Und während ich die Bilder kurz überfliege, stelle ich fest, daß ich weit daneben liege.
